Sommerregatta 2009
Handicap- kein Hindernis!
Rennergebnis
Esther van der Loos (Holland)–
nach einem Wettkampfunfall im Eisschnelllauf im vergangenen Jahr bereitet sich die
sympathische 41-jährige Leistungssportlerin nun auf die Paralympics
im Rudern vor.
In Berlin in 3 Bootsklassen an Start:
Auf einer mit dem Rollstuhl verbundenen Schiene wird ihr steifes Bein fixiert
- Gold und Silber in 4x+ Gig und 2x+ Gig.
Den Festsitzrenneiner des Fördervereins Wassersporthandicaps fährt sie erstmals
hier in Berlin und ist begeistert von diesem schnellen Boot!
Und auch beim Feiern am Abend ist der Rollstuhl kein Hindernis.
v.o.n.u.:
Im Vorjahr kenterte das gesamte Boot – diesmal zwei knappe 3. Plätze:
Wassersportverein Ennepetal (NRW)
Ihre erste Regatta und nach drei Krebsen nur knapp auf Platz 2:
Matthias Gindler und Lars Wohlmann vom SV Energie, Berlin
Ein "alter Hase" (seit den 90ern dabei) und endlich auf dem ersten Platz:
Daniel Haferkorn, Förderverein Wassersporthandicaps
Ihre erste Medaille zur Sommerregatta (v.o.n.u.):
die 14jährigen Amschler-Zwillinge vom BRC Hevella
Nils Benke vom SC Siemensstadt
T. Kleine-Uthmann v. RV Kappeln (Schleswig-Holstein)
4x+ Gig: Am Sonnabend Gold für Berlin über 1000m,
am Sonntag besiegt der ewige Zweite, Holland,
Berlin erstmals nach 4 Jahren.
Jubiläum mit tollen Ergebnissen
Nach den Demonstrations-Rennen der 90er ("Angepasstes Rudern") beginnt bei
der Sommerregatta in Grünau für die Handicaps im Jahr 2000 eine neue
"Ära":
Rennen für Körper-, Geistig- und Sehbehinderte auf der Basis von Klassifizierungsmodi;
gesteuerte und ungesteuerte Boote; Einer, Zweier und Vierer; Renn- und Gigboote,
Teilnehmer aus mehreren Bundesländern und – von Anfang an dabei: die Ruderinnen
und Ruderer aus dem handicapfreundlichen Holland (von den ca. 100 Vereinen heißen
80 die SportlerInnen mit Behinderung willkommen).
Hier machen die ersten deutschen HandicapruderInnen der Nationalmannschaft des
DRV ihre ersten Wettkampferfahrungen, werden "entdeckt" und starten so seit 2002
bei den Weltmeisterschaften der FISA und 2008 bei den Paralympics.
2009: 10 Jahre (reguläre) Handicaprennen der Berliner Sommerregatta:
Inzwischen sind die LeistungssportlerInnen in den Wettkampfzyklus der Nationalmannschaft
integriert, absolvieren ihre Rennen in Ratzeburg und Essen, starten zu den Weltcups in
München und Luzern. Viele Regatten in ganz Deutschland integrieren das eine oder andere
Handicaprennen.
Doch die Vorreiterin, die Grünauer Sommerregatta, bleibt die größte und beliebteste
Handicapregatta in Deutschland. Und bietet nun vorrangig denen die Möglichkeit zum
Kräftemessen, die sich schon das ganze Jahr darauf freuen und weite Wege nicht
scheuen: die Breitensportler. Immer wieder inspiriert von denen, die es ganz nach
oben schaffen wollen und gern nach Berlin kommen. Wie in diesem Jahr Esther van
der Loos aus Holland. Die im vergangenen Jahr beim Eisschnelllaufwettkampf schwer
verunglückte Sportlerin hat ein neues Ziel: Paralympics. Auf die WM bereitet sich
vor die erst seit April (!) rudernde, ehemalige Leichtathletin Paula Hamann vom
BRC Hevella. Ebenso Martin Lossau vom RC Tegelort, der bei den Paralympics 2008
Ersatzkader war.
Rekorde in 2009:
14 Boote im Rennen 1x+ Gig am Samstag
15 Boote an 2 Tagen in den Rennen 2x+ Gig
2 Rennen an 2 Tagen im 4x+ Gig mit insgesamt 7 Booten
36 RuderInnen mit Körper-, Seh- oder geistiger Behinderung aus 15 Vereinen
6 Vereine aus Holland
1 Verein aus NRW, 1 Verein aus Schleswig-Holstein
7 Berliner Vereine: BRC Hevella, SV Energie, SC Siemensstadt, RG Wiking,
RC Tegelort, Hellas Titania, FV Wassersporthandicaps
Grund zum Feiern am Samstagabend: Lebensfreude pur und Auf Wiedersehen 2010!!
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