Ziel des Fördervereins ist es, allen interessierten Menschen mit unterschiedlichen
Handicaps den Zugang zu den Wassersportarten (zunächst Rudern und Kanu) dauerhaft,
wohnortnah und integrativ in bestehenden Vereinen zu ermöglichen, um ihnen einen
neuen Lebensbereich erschließen und damit die Lebensqualität erhöhen zu
helfen.
Besonders für das Ziel der Integration behinderter Sportler bieten die oben genannten Sportarten
ideale Bedingungen. Durch die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten von Menschen mit und ohne
Handicap in einem Boot (z.B. Blinde und Sehende in einem Boot) werden unterschiedliche
Handicaps in ihrer behindernden Wirkung vorübergehend aufgehoben, die Akzeptanz behinderter
Sportler erleichtert und der Integrationsgedanke optimal umgesetzt. Es geht um den Abbau von
Vorurteilen und sozialer Distanz im Verhältnis zwischen Menschen mit und ohne Handicap, um die
Erweiterung des sozialen Kompetenzniveaus auf beiden Seiten, d.h. das gemeinsame Tun ist Ziel
und Mittel zugleich.
Andere positive Auswirkungen des Wassersports sind:
- Steigerung der Körper- und Sinneswahrnehmung durch intensives Naturerleben beim
Wassersport,
- Kräftigung der Muskulatur und Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems
- Förderung des Gleichgewichtssinns durch angemessenes Reagieren auf die
Bootsschwankungen,
- die das Selbstbewußtsein stärkenden Erfolgserlebnisse und Abbau von Ängsten
- Steigerung der sozialen Kompetenz durch den Teamcharakter in Mannschaftsbooten.
Ziel ist es, den Breitensport durch den Aufbau von Behindertensportgruppen in den bestehenden
Wassersportvereinen in Gang zu bringen, den Rehabilitationssport zu entwickeln und
wissenschaftlich zu unterlegen und den Leistungssport für Wassersportler mit Handicap
aufzubauen.
Um diesen Prozeß überschaubar zu halten, soll der Förderverein zunächst im Sinne
eines Modellprojektes in der Region Berlin-Brandenburg tätig werden.
Damit der Wassersport für Behinderte wirksam entwickelt werden kann, mußte eine
Organisations- bzw. Finanzierungsform gefunden werden, die unter Einbeziehung des Vorhandenen
Voraussetzungen schaffen kann, die vielen Behinderten dauerhaft das Rudern, Paddeln oder Segeln
ermöglichen.
Vorhanden sind die Sportvereine. Dort muß, wohnortnah und integrativ, der Sport der Behinderten
stattfinden, denn dort sind die Trainingsmöglichkeiten, die Boote, die Übungsleiter und Helfer.
Vorhanden sind auch wassersporterfahrene Menschen mit Behinderung, sowie einige wenige Übungsleiter
und Bootsbauer, die das nötige "know-how" besitzen, wie der Behindertensport erfolgreich
in einem Sportverein aufgebaut und durchgeführt werden kann. Diese Erfahrungen müssen
gebündelt und an andere Vereine weitergegeben werden.