Förderverein Wassersport e.V.
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Historie
Der Förderverein Wassersporthandicaps e.V. ist aus der Arbeit verschiedener Projekte des Landesruderverbandes Berlin e.V. hervorgegangen.

Mit sogenannten Maßnahmen der produktiven Arbeitsförderung (ABM / SAM), die von der Bundesanstalt für Arbeit, dem Land Berlin, aus dem Europäischen Sozialfond sowie mit Eigenmitteln des Landesruderverbandes finanziert werden, sollten Bedarf und Möglichkeiten des Ruderns für Menschen mit Handicap in umfassender Weise und über einen längeren Zeitraum erfasst bzw. erprobt werden.

Seit Dezember 1993 wurde diese Aufgabe in verschiedenen Projekten unter der Bezeichnung "Angepasstes Rudern", "Integratives Rudern" und "Integrativer Wassersport" von insgesamt 17, jeweils befristet für ein bis maximal fünf Jahre, angestellten Mitarbeitern realisiert. Wichtiger Garant für eine hohe Qualität der Arbeit waren entsprechende berufliche Abschlüsse bzw. anderweitige fachliche Qualifikationen der Mitarbeiter auf medizinischem, sportlichem und sozialpädagogischem Gebiet bzw. im Bootsbau und bei der Projektkoordination. Optimale Bedingungen für den Sportbetrieb gab es im Sportobjekt an der Berliner Regattastrecke in Grünau.

Der Hauptakzent der sportlichen Aktivitäten lag im Freizeit- und Breitensport. Die Projekte waren offen für Menschen mit Handicaps jeden Alters und jeder Behinderung. Im März 1994 wurde das Training mit sechs körperbehinderten und vier geistig behinderten Sportlern aufgenommen; im Herbst 1999 nutzten etwa 100 Sportler regelmäßig wöchentlich dieses in Deutschland einmalige Angebot. Über 400 Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung aus ganz Berlin konnten in den sechs Jahren des Bestehens dieser Projekte an den Wassersport herangeführt werden, darunter auch eine Vielzahl von schwerst- und mehrfach behinderten Menschen. Von Anfang an wurden gezielt Kontakte zu Rehabilitations- und Behinderteneinrichtungen sowie Schulen geknüpft; seit 1995 existieren kontinuierlich Kooperationsvereinbarungen mit Berliner Sonderschulen, die vom Landessportbund Berlin bzw. dessen Jugendabteilung, der Berliner Sportjugend, unterstützt werden.

Von Beginn an war der Bootsbau ein Bestandteil des Vorhabens: Ruderboote, zumeist die sonst im Wanderrudern eingesetzten (breiteren) Gig-Boote wurden den Behinderungen entsprechend "angepasst", so z.B. durch die Eigenentwicklung von Schwimmkörpern, die ein Kentern unmöglich machen, Sitzvarianten bei unterschiedlicher Rumpfstabilität etc. Bereits Ende 1994 wurde das erste Boot für querschnittsgelähmte Sportler vorgestellt. 1999 erfolgte der Bau des in Deutschland ersten Prototyps eines Bootes für Menschen mit Handicaps, der dem Renncharakter von Skiffs nahe kommt.

Wie im Bootsbau erfuhr das gesamte Vorhaben eine ständige qualitative Entwicklung: seit 1995 wurden mit dem Zuwachs weiterer Stellen die integrativen Möglichkeiten des Rudersports stärker genutzt, z.B. im Rahmen der Kutter Integrale: seit 1998 findet dieses integrative Ereignis einmal jährlich statt; dazu finden sich viele behinderte und nichtbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen, um in verschiedenen Booten (Ruderboote, Kanus, Kutter - mit dem auch gesegelt werden kann) auf Berliner-Brandenburger Gewässern gemeinsam ein Wochenende zu verbringen

Durch die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter, so vor allem mit dem Erwerb der Trainer-C-Lizenz (bzw. Fachübungleiter) im Rehabilitationssport und durch die inzwischen gewonnenen Erfahrungen, wurden der jeweiligen Behinderung entsprechend differenziertere Trainingsmethoden entwickelt und angewandt. Die umfangreichen rehabilitativen Möglichkeiten des Wassersports wurden in Abstimmung mit den Sportlern gezielt im Training eingesetzt. 1998 wurde das bislang auf den Rudersport beschränkte Angebot um die Sportart Kanu erweitert. Handicap-Demonstrationsrennen bei verschiedensten Regatten dienten seit 1995 dazu, das Anliegen des Verbandsvorhabens wie auch das Leistungsvermögen behinderter Menschen öffentlich zu machen. Daraus wurden in den Jahren 1999 / 2000 erste Ansätze für das Wettkampfrudern entwickelt - ein Bereich der behinderten Menschen in Deutschland bislang verschlossen war.

Ausdruck der Fachkompetenz und Anerkennung des Projektteams sind auch seine nationale und internationale Tätigkeit. Es ist vertreten in allen das Behindertenrudern betreffenden Gremien des Deutschen Ruderverbandes sowie seit 1998 sein offizieller Repräsentant gegenüber dem Weltruderverband FISA in allen Angelegenheiten der Paralympics. 1996 war es Initiator und Veranstalter des weltweit ersten Treffens zum Thema Rudern für Menschen mit Handicaps, wo in Berlin der Grundstein für die Gründung der gleichnamigen Arbeitsgruppe der FISA sowie für die seitdem jährlich stattfindenden Symposien des Weltverbandes zum Thema gelegt wurde. Das Projektteam wirkt entscheidend in diesen internationalen Gremien mit und hat dadurch nicht zuletzt auch detaillierte Kenntnis aller nennenswerten internationalen Entwicklungen auf dem Gebiet.

Mit den beschriebenen Maßnahmen der produktiven Arbeitsförderung wurde in für Deutschland einmaliger Weise der Nachweis eines hohen Bedarfs für Handicap-Wassersport ebenso erbracht wie ein hohes Maß an Fachkompetenz beim Aufbau eines solchen Sportangebots entwickelt, das nachweislich über vielfältige Potenzen verfügt, das Leben behinderter Menschen in umfassender Weise positiv zu gestalten.

Die Kapazität der Grünauer Projekte kann jedoch den Berliner Bedarf in keiner Weise decken. Vor allem aber ist die Befristung der Stellen und die Ungewissheit der jährlich neu zu beantragenden Verlängerungen der Maßnahmen angesichts immer geringer werdender öffentlicher Gelder langfristig kein geeignetes Instrumentarium, hatte es eine kontinuierliche Arbeit doch schon immer gefährdet und auch zeitweise zur quantitativen Verringerung des Sportangebots geführt. Mit dem endgültigen Auslaufen der Maßnahmen Ende 2000 und Anfang 2001 droht dieses erfolgreiche und beliebte Grünauer Projekt ohne Ersatz zu verschwinden.

Eine Lösung der Problematik liegt in der Integration des Handicap-Wassersports in die zahlreich vorhandenen Wassersportvereine. Diesen Prozess in Gang zu bringen, zu steuern und zu begleiten ist die Hauptaufgabe des Fördervereins Wassersporthandicaps e.V., der am 25.10.2000 in Berlin-Grünau gegründet wurde. Dabei soll die über Jahre gewachsene Fachkompetenz aus den Wassersportprojekten des LRV Berlin genutzt und fortgeführt werden.

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